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descriptionHustender Mann
An Asthma leiden weltweit 300 Millionen Menschen – Tendenz steigend. Bei den Betroffenen ist die Schleimhaut der Atemwege chronisch entzündet.
descriptionStethoskop
Asthma verursacht heftige, anfallsartige Atemnot und Husten. Zentrales Diagnosekriterium ist die Beurteilung der Lungenfunktion.
descriptionFrau nimmt Tablette
Medikamente halten bei Asthma die Entzündung der Bronchien in Schach. Außerdem wirken sie schnell und zuverlässig beim Asthmaanfall.
descriptionHandvoll Tabletten
An neuen Medikamenten wird weltweit geforscht. Moderne Arzneien wirken länger, müssen seltener eingenommen werden und sind nebenwirkungsarm.
descriptionFrau beim Yoga
Wie können Asthmaanfälle reduziert werden? Als wichtige Regel gilt, Allergene zu meiden. Rauchen ist tabu. Und Enstpannungsübungen sind empfehlenswert.
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Asthma bronchiale – Wenn die Luft knapp wird

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer Überempfindlichkeit und einer Verengung der Luftwege einhergeht. Typisch für Asthma sind wiederholte Anfälle von Atemnot und Husten. Wird Asthma nicht oder unzureichend behandelt, nehmen Lunge und Herz auf Dauer Schaden. Eine konsequente Therapie verhilft den Betroffenen aber oft zu einer sehr guten Lebensqualität.

Im Überblick



Der Begriff Asthma stammt aus dem Griechischen und bedeutet „keuchen“. Hinter der landläufigen Bezeichnung Asthma verbirgt sich das Asthma bronchiale – nicht zu verwechseln mit kardialem Asthma, wie es bei einer Herzinsuffizienz auftritt. Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege (Bronchien), ausgelöst durch verschiedene Reize wie Allergene, Tabakrauch, Kälte oder körperliche Belastung, auf die der Asthmatiker überempfindlich reagiert. Mehr oder weniger häufig wiederkehrende Anfälle von Atemnot, begleitet von trockenem Husten und einem Engegefühl in der Brust, charakterisieren die Krankheit. Typisch für einen Asthmaanfall ist die erschwerte Ausatmung. Das hat zur Folge, dass zu viel Luft in der Lunge zurückbleibt. Die Lunge „überbläht“. Dadurch steigt der Widerstand in den Lungengefäßen und das Herz braucht sehr viel Kraft, um gegen diesen Widerstand anzupumpen. Bleibt Asthma über lange Zeit unbehandelt, wird daher oft das Herz in Mitleidenschaft gezogen, was sich in einer Rechtsherzschwäche äußert.

Zwischen den Asthmaattacken liegen meist beschwerdefreie Intervalle. Bei Kindern kommen die Anfälle oft nachts. Häufig begleitet sie ein Infekt der oberen Atemwege. Da die Ursache des Asthmas nicht genau bekannt ist, gilt die Krankheit bis heute als nicht heilbar. Einzige Ausnahme: Kindliches Asthma kann an der Schwelle zum Erwachsenwerden von selbst verschwinden. Das passiert bei jedem dritten asthmakranken Kind. Aber auch lebenslang Betroffene können ihre bronchiale Überempfindlichkeit mit Medikamenten so beeinflussen, dass sie nur selten Asthmaanfälle bekommen und diese leichter verlaufen.
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Die häufigste Erkrankung der Atemwege

Asthma gehört mit weltweit 300 Millionen Betroffenen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, Tendenz steigend. In Deutschland leiden schätzungsweise zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen und fünf Prozent der Erwachsenen an Asthma. Das Leiden kann in jedem Alter erstmals auftreten, am häufigsten liegt der Erkrankungsbeginn im dritten Lebensjahr. Asthma ist damit die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Jungen sind öfter betroffen als Mädchen. Im Erwachsenenalter erkranken Frauen und Männer gleich häufig. Bei kleineren Kindern fällt zu Beginn der Asthmaerkrankung zunächst eine Neigung zu häufiger Bronchitis auf. Dem Infekt folgt meist eine Phase, in der das Kind pfeifend oder schwer atmet.

Bei älteren Kindern sind es eher Allergien und körperliche Belastung, die die Atemnot auslösen. Je früher das kindliche Asthma erkannt und behandelt wird, umso größer ist die Chance, dass das Kind sich ungestört entwickeln kann. Wenn es gelingt, Asthmaanfälle zu verhindern und eine freie Atmung zu gewährleisten, sind die Kinder kaum in ihrer Leistungsfähigkeit und in ihrer körperlichen Entwicklung eingeschränkt.
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Ursachen: Vererbung, Allergieneigung und Umweltfaktoren

Bei Asthmatikern reagiert die Bronchialschleimhaut überempfindlich auf äußere Reize, die für eine gesunde Lunge harmlos sind. Atmen sie etwa reizende Substanzen wie Rauch oder Staub ein, schwillt die Schleimhaut an und produziert zähflüssigen Schleim, der die Atemwege verstopft und nur mühsam abgehustet werden kann. Die Muskulatur in der Bronchialwand zieht sich zusammen und verengt die Atemwege zusätzlich. Warum bei manchen Menschen die Schleimhaut der Bronchien so empfindlich und dadurch chronisch entzündet ist, wissen die Forscher noch nicht genau. Es handelt sich um einen komplexen Prozess, bei dem die genetische Veranlagung eine große Rolle spielt. Ein Kind, dessen Eltern beide Asthmatiker sind, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Asthma.

Eine wesentliche Rolle in der Asthmaentstehung spielt die atopische Diathese, also die Neigung zu allergischen Reaktionen. Menschen mit einer Atopie haben die genetische Veranlagung, vermehrt spezifische IgE-Antikörper zu produzieren. Treffen diese Antikörper wiederholt auf Allergene wie Hausstaubmilben, Gräser- und Baumpollen oder Schimmelpilze, reagieren die Betroffenen mit allergischen Beschwerden, die von juckenden Augen bis zu Asthmaanfällen reichen können. Bis zu 80 Prozent der Asthmapatienten leiden unter Heuschnupfen (allergische Rhinitis) oder Hautausschlag (atopische Dermatitis). Die angeborene Allergieneigung lässt sich bei bis zu 50 Prozent der Bevölkerung westlicher Industriestaaten nachweisen – aber längst nicht alle Atopiker entwickeln auch eine Allergie oder erkranken an Asthma. Zusätzlich zur atopischen Veranlagung müssen also noch weitere genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine Rolle in der Krankheitsentstehung spielen.
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Die Entzündung der Bronchialschleimhaut bei Asthma ist kein Atemwegsinfekt wie Husten oder Schnupfen. Solche Infekte wirken allerdings – besonders bei Kindern – als sogenannte Trigger. Sie führen bei vorhandener Entzündungsbereitschaft schnell zu einem Asthmaanfall. Auch berufsbedingte Faktoren beeinflussen die Asthmaentstehung. Für Bäcker, Maler und Lackierer, Tischler oder Friseure kann der tägliche Kontakt mit Mehl, Farben, Holzstaub oder Haarspray Asthma begünstigen, sofern sie mit einer vererbten Empfindlichkeit geboren wurden. Neben Allergien, Infektionen und Arbeitsbelastungen werden auch Luftverschmutzung, Tabakrauch, Medikamente, körperliche Belastung oder Stress als Asthmaursachen diskutiert. Fest steht, dass bei Menschen mit einer Neigung zu Asthma verschiedene Faktoren zusammenwirken müssen, damit die Krankheit zum Ausbruch kommt.
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Kindliches Asthma durch Paracetamol?

Kürzlich fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der häufigen Gabe des fiebersenkenden Mittels Paracetamol im ersten Lebensjahr und späterem kindlichen Asthma. Tatsächlich kann der Wirkstoff das Risiko für Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis bei Kindern erhöhen. Die Forscher erklärten zwar, es sei lediglich ein statistischer, aber kein ursächlicher Zusammenhang gefunden worden. Allerdings rieten sie Eltern dazu, ihren Kindern Paracetamol vorsichtshalber nur ausnahmsweise bei Fieber über 38,5 Grad Celsius zu geben. Für Kinder und Erwachsene, die bereits Asthma haben, bleibt Paracetamol das Mittel der Wahl bei Fieber und Schmerzen. Denn die Alternativen Ibuprofen und Acetylsalicylsäure sind beide als Asthmaauslöser bekannt.

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Entzündungsprozess: Schlüsselrolle für Zellen und Botenstoffe

Kennzeichnend für Asthma ist die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Diese entzündliche Reaktion wird durch eine Schädigung der obersten Schleimhautzellschicht, der sogenannten Epithelzellschicht, begünstigt. Möglicherweise machen äußere Faktoren wie hohe Ozonkonzentration, Schadstoffbelastung, Virusinfektionen oder der Kontakt mit Allergenen die oberste Zellschicht durchlässig für schädigende Effekte aller Art. Eine Schlüsselrolle im Entzündungsprozess spielen verschiedene Zellen wie Makrophagen, Mastzellen, eosinophile und neutrophile Granulozyten sowie T-Helferzellen. Sie setzen Botenstoffe wie Histamine, Leukotriene, Kinine oder Adenosin frei. Diese Substanzen halten den Entzündungsprozess aufrecht, führen zu vermehrter Schleimproduktion, signalisieren der Bronchialwandmuskulatur, sich zusammenzuziehen und sorgen für eine vermehrte Durchblutung mit Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe und Schwellungen in den Bronchien. Als Folge dieser komplexen Vorgänge werden die Bronchien enger, es kann weniger Luft in die Lunge ein- und vor allem aus der Lunge ausströmen, der Betroffene leidet unter Atemnot und versucht, durch Husten den zähen Schleim loszuwerden.
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Tägliche Anfälle sind selten

Asthma verläuft für jeden Betroffenen anders. Es ist vor allem verschieden stark ausgeprägt. Die Ärzte unterscheiden vier Schweregrade der chronischen Atemwegserkrankung:
  • Bei der leichten, nur gelegentlich auftretenden (intermittierenden) Form des Asthmas wechseln sich seltene Beschwerdephasen mit langen beschwerdefreien Intervallen ab.
  • Bei der leichten, häufig auftretenden (leichtgradig persistierenden) Form wechseln sich Phasen der Beschwerden (wenigstens wöchentlich) mit kurzen beschwerdefreien Intervallen ab. Es kommt immer wieder zu kurzfristigen Atembeschwerden, vor allem unter körperlicher Belastung.
  • Bei der mittelgradig anhaltenden (mittelgradig persistierenden) Form treten täglich und/oder wenigstens einmal wöchentlich nachts Beschwerden auf, der Schlaf ist dadurch gestört und die Betroffenen sind in ihrer körperlichen Aktivität eingeschränkt. Fast täglich muss der Patient Medikamente nehmen. Die Lungenfunktion normalisiert sich in den symptomfreien Intervallen wieder.
  • Bei der schweren anhaltenden Asthmaform (schwergradig persistierend) treten täglich anhaltende Beschwerden und häufig nächtliche Asthmaattacken auf, die Betroffenen sind in ihrer Aktivität stark eingeschränkt. Die Lungenfunktion ist immer krankhaft eingeschränkt.

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Für die Therapie des Asthmas sind jedoch heute andere Kriterien von Bedeutung. Dabei  wird unterschieden zwischen
  • kontrolliertem Asthma,
  • teilweise kontrolliertem Asthma und
  • unkontrolliertem Asthma.

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Hustender Mann
© Shutterstock
Anfallsartiger Husten: Zusammen mit Atemnot und einem Engegefühl in der Brust ist er das typische Symptom für Asthma.
Spielende Kinder auf einer Wiese
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Sport als Auslöser: Bei Kindern treten Asthmaanfälle oft unter körperlicher Anstrengung auf. Ein Drittel leidet als Erwachsener nicht mehr unter der Krankheit.
Grafik: Bronchien
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Chronische Entzündung: Bei Asthma sind die Atemwege (Bronchien) chronisch entzündet. Die Entzündung kann durch verschiedene Reize ausgelöst werden, auf die der Körper überempfindlich reagiert.
Bemehlte Teigrolle
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Gefährlicher Mehlstaub: Auch Belastungen am Arbeitsplatz können Asthma auslösen. Eine rauchige oder staubige Umgebung fördert bei entsprechender Veranlagung die Asthmaentstehung.